Eine Reise auf den Spuren des verlorenen Sohnes

Ich schätze mal, einigen von euch ist das „Gleichnis des verlorenen Sohnes! bereits bekannt. Früher hieß es einmal „das Gleichnis des barmherzigen Vaters“. Diese Namensänderung hat einen ganz bestimmten, wichtigen Grund gehabt. Denn sie erfolgte aufgrund der Änderung der Ansicht des Menschen auf Gott.

Viele Menschen klagen über die heutigen grauenvollen Dinge, die sich auf der Welt zutragen. Und beschimpfen Gott dafür, dass er sie nicht abwendet. Warum er uns solche Strafen schickt. Nehmen wir als Beispiel Corona. Warum lässt Gott das alles zu? Oder die Kriege, die jetzt gerade auf der Welt stattfinden. Warum müssen so viele unschuldige Menschen deswegen sterben?
Doch genau hier ist der Knackpunkt. Denn Gott ist, wenn es nach der Bibel geht, gar nicht dafür verantwortlich. Um das ganze besser zu verstehen, kommt jetzt das Gleichnis ins Spiel.

Aufgabe 1.) Schaue dir nochmal die Geschichte des Gleichnisses unter folgendem Link an. Stelle Vermutungen für die Namensänderung auf. Wie ändert sich die Bedeutung des Gleichnisses, wenn man den Schwerpunkt vom Sohn auf den Vater legt?

Aufgabe 2.) Lese dir folgenden Artikel durch. Wie nutzte die Kirche damals die Bibel für ihre eigenen Zwecke aus? Mache eine Tabelle von den Unterschieden Kirche damals und heute. In welchem Zusammenhang steht die Formulierung „Das Gleichnis des barmherzigen Vaters“ zum damaligen Machtmissbrauch der Kirche?

Aufgabe 3.) In dem Gleichnis wird von einem zweiten Sohn gesprochen. Warum schenkt der Vater ihm keine große Aufmerksamkeit, doch freut sich so sehr, als sein verlorener Sohn zurückkehrt? Notiere dir Stichpunkte. Wenn das erledigt ist, lese dir zum Schluss noch die Deutung des Gleichnisses auf dieser Internetseite durch.

Abschließende Worte:
Und genau das ist die Moral von der Geschichte. Gott ist nicht (wie man früher die Bibel gedeutet hat) ein strafender Gott. Die bösen Dinge die auf der Welt geschehen, sind durch uns Menschen entstanden. Gott hat uns einen freien Willen gegeben, ob daraus Gutes oder Schlechtes entsteht. Und wenn er eingreifen würde, würde er uns dieses Recht wieder wegnehmen. Genau wie in der Geschichte, der Vater dem Sohn sein rechtmäßiges Erbe überreicht. Was Gott jedoch stattdessen tut ist für uns da zu sein, nachdem uns Schlechtes wiederfahren ist, um uns durch diese schlimme Situation durch zu helfen. Wie als der Vater seinen Sohn nach allem wieder mit Freuden in die Arme schließt.  Die Menschen, die also Gott beklagen, haben seine eigentliche Aufgabe missverstanden. Wenn man an Gott glaubt, vertraut man auf ihn. Aber nicht so, wie manche sagen, dass alles was geschieht zu seinem großen Plan dazu gehört. Wir selber sind für unser Schicksal verantwortlich. Jeder Mensch beeinflusst die Welt ein bisschen.
Doch wenn man aber als Hinterbliebener Gott nah bei sich trägt, dann verliert man nicht die Hoffnung. Diese hilft einem durch die schwere Zeit durch. Denn man weiß, dass es den Verstorbenen bei Gott im Himmel gut geht.
Und wer weiß, vielleicht wird einem in naher Zukunft wieder etwas Gutes wiederfahren. Denn so lange man auf Gott vertraut, hat man einen Antrieb, eine Stütze durch dieses schwere Leben.

Wenn ihr noch Lust auf einen catchy Song habt, der zum Thema passt, hier ist zum Spaß ein Link.